Medientage München 21.-23. Oktober 2015
Das Thema der diesjährigen Medientage ist ‘’Digitale Disruption - Medienzukunft erfolgreich gestalten’’. Häufig beginnen disruptive Innovationen mit Nischenprodukten, durch die ein Prozess in Gang gesetzt wird, an dessen Ende möglicherweise die Regeln einer Branche neu definiert werden. Es liegt auf der hand, dass die Digitalisierung und das Internet der ideale Nährboden für solche Entwicklungen sind. Und es ist auch nicht überraschend, dass es in der Regel Start-Ups sind, die mit hoher Risikobereitschaft, basierend auf neuen innovativen Technologien und Geschäftsmodellen neue Produkte oder Dienstleitungen entwickeln. Wie sollen die großen, etablierten Unternehmen darauf reagieren?
SIEGFRIED SCHNEIDER, Präsident BLM und Vorsitzender der Gesellschaftversammlung der Medientage München: ‘’Es gibt einen unschätzbaren Vorteil, den die traditionellen Medienunternehmen auf ihrer Seite haben: Sie haben die INHALTE. Sie wissen, wie man sie produziert. Und Inhalter sind gefragter denn je. Das ist eine gute Ausgangslage. Und warum sollten Geschäftsmodelle im Digitalen nicht gelingen, in einer Zeit, in der die Medien mit ihren Produkten ein größeres Publikum erreichen als jemals zuvor?’’
Um hier ihren Beitrag zu leisten, haben die MEDIENTAGE einen Programmschwerpunkt auf das Themenfeld Medienpolitik gelegt:, sowie in Eröffnungsrede der Medientage von bayerischen Staatsministerin Ilse Aigner oder einer Keynote zum Thema ‘’Witschaftspolitik und digitaler Wettbewerb’’ von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel.
Neu auf den MEDIENTAGEN ist, dass beim wichtigen Themenfeld Big Data wird die Entscheidung des EuGH vom 6. Oktober, mit der neue Weichen für den Datenschutz gestellt wurden, eine große Rolle spielen.
Neu auf den MEDIENTAGE ist auch, dass es im Rahmen der kongressbegleittenden Messe erstmals Thementage gibt. Der erste Tag stand dabei im Zeichen des Arbeitsmarkts Medienbranche.
Gemeinsam mit etablierten Frauennetzwerken veranstalteten die MEDIENTAGE am zweiten Tag den Aktionstag ‘’MEDIA WOMEN CONNECT’’. Hier fand Workshops, Talkrunden und Coachings rund um das Thema Chancengleichheit in den Medien statt. Besonders anregende Diskussion wurde von Chefredakteurin Film&TV-Kameramann Evelyn Voigt-Müller zum Thema Kamerafrauen in der Medienbranche. ‘’Dass nur 12% aller deutschen Kinofilme der Jahre 2009 bis 2013 von KameraFRAUEN gemacht wurden’’, ist schon erschreckend, so Frau Voigt-Müller,’’warum ist dass so? Ist was dran an der sogenannten Trichter-Theorie, dass es nicht genügend gut ausgebildete Frauen gebe? Wohl kaum!’’ Zu Wort kam auch eine von Bildgestalterinnen Caroline Rosenau: ‘’Man hört Frauen hätten es eben nicht so mit der Technik und außerdem schweren Kameras…Entschuldigung, aber die schweren kameras sind es bestimmt nicht! Ich habe den Eindruck seitens der Redaktionnen und Producer, dass man uns den Job, die Ausdauer mental und körperlich einfach nicht so wiklich zutraut. Seltsam ist nur: Für sensible Themen, typische ‘’Frauenthemen’’ ist das plötzlich kein Thema, da scheint es kein Problem zu sein. Nur wollen wir nicht immer nur typische Frauenthemen drehen, oder Dokumentarfilm. Szenisch und Werbebereich können wir Frauen definitiv auch’’. Film- und Medienbranche hat noch andere Probleme: Die Arbeitsbedingungen werden immer katastrophaler und die Bezahlung wird kontinuerlich schlechter. Und wer erstmal einige Zeit raus ist aus dem Beruf, hat große Probleme, wieder da anzuknüpfen. Aber wie können sich frauen nun in diesem Haifischbecken behaupten? Was sicher hilft, ist SICH ZU VERNETZEN, SELBSTBEWUSST AUFZUTRETEN, SICHTBAR ZU SEIN UND DEN EIGENEN EINFLUSS FÜR ANDERE FRAUEN ZU NUTZEN.
Am letzten Tag schließlich widmen sich die MEDIENTAGE gemeinsam mit Unterstützern der Münchner Gründszene den Startups in der Medienbranche, womit wir wieder beim Thema ‘’disruptiv Innovationen’’ wären.
Text: Daiva I. Petrosiene
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