Daiva I. Petrosiene


Text

Nov 7, 2016
@ 12:31 pm
Permalink

ZFF 2016: Impressionen vom 12. Zurich Film Festival

Der Mix von Glamour und künstlerischer Neugier, Weltläufigkeit und lokaler Verwurzelung ist das Geheimnis des Zurich Film Festival /22.9 - 02.10.2016/, so stellt das ZFF Stadtpräsidentin Corine Mauch vor.

Es gab in diesem Jahr viele Filme, welche die globalen Probleme wie Terror, Flüchtlinge und Witschaftstheme verarbeiteten. Ebenso war die Liebe in der Familie sowie die Suche nach sich selbst ein großes Thema.

Wie jedes Jahr am Zurich Film Festival lud Direktor Karl Spoerri Produzenten, Kreative und Investoren zum Film-Summit ins ‘’Dolder Grand’’.

Finanz- und Eventdirektorin Nadja Schildknecht mit Ihrem Team /ihr Guest-Management umfasst über 40 Personen/ sorgte dafür, dass alle renomierte Gäste des Festivals ‘’wie Könige’’ behandelt werden. Dieses Jahr schreiten unter anderem über den grünen Teppich solche grosse Stars wie Oliver Stone, Hugh Grant, Alexander Skarsgard, Jennifer Connely, Daniel Radcliffe, Sibel Kekilli, Joseph Gordon-Levitt, Veronica Ferres, Ewan McGregor, Shailene Woodley u.a.

Der Brite Hugh Grant erhielte am diesjährigen ZFF den Golden Icon Award /die wichtigste Auszeichnung des Zurich Film Festivals/ für sein Lebenswerk. Das ZFF zeigte auch - im Beisein von Hugh Grant - ‘’Florence Foster Jenkins’’ im Kino Arthouse Le Paris. Der Film erzähltr die wahre Geschichte der wohlhabendeNew Yorkerin Florence Foster /Merzl Streep/. Grant spielt Fosters Mann, der sich mit dem Dilemma auseinandersetzen muss, dass seine Frau zwar eine ambitionierte, aber komplett talentfreie Sängerin ist.

Den ‘’tribute to…Award’’ nahm Olivier Assayas anlässlich der Award-Night entgegen. Olivier Assayas zeichnet sich sein Kino durch eine enorme Neugierde und Vielfalt an ästhetischen Ausdruckformen aus.Dieses Jahr gewann er mit PERSONAL SHOPPER den Preis für die beste Regie in Cannes. Zu Ehren des Filmemachers zeigte das ZFF seine 12 Filme umfassende Retrospektive . In ‘’ZFF Masters’’ erzählte der Regisseur über seine besondere jugendliche Leidenschaft zur Musik und die besonderheiten der Dreharbeit des PERSONAL SHOPPER.

THE IMPOSSIBLE-Regisseur Juan Antonio Bayona, ein Meister des Kino der großen Emotionen, brach in seiner Premiere im deutschsprachigen Raum ‘’A Monster Call’’ nicht nur weibliche Kinosäle ins Tränen. Dass seine Mutter schwer krank ist und bald sterben könnte, würde der 13-jährige Conor /Lewis MacDougall/ am liebsten nicht wahrhaben. Jede Nacht wird er vom immer gleichen Albtraum heimgesucht: Vor seinem Fenster steht ein uralter Baum, ein Monster. So bedrohlich das sonderbare Ungeheuer zunächst wirkt, so scheint es doch als Einziges zu verstehen, was in Conor vorgeht.

Das Festival bietete auch dem Nachwuchs eine Platform. ‘’Weil es für junge Cineasten schwierig ist, ihre Projekte zu finansieren, sind die ‘’Jungregisseure’’ meist über dreissig, bis sie endlich zeigen können, was sie draufhaben,’’ so Lisa Blatter. Dieses Jahr stellten Filmemacher aus der Schweiz, Poland, Russland, Argentina, den USA, Niederlanden und Österreich ihre beeindruckende Werke vor. Ein sehr innovativer filmischer Zugang zu Themen wie Einsamkeit und Andersartigkeit prägt Film ‘’Zoology’’ von russischen Regisseur Ivan I. Tverdovsky. Natascha /Natalya Pavlenkova, fantastisch in ihrer Rolle/ ist um die fünfzig, ist schüchtern und führt ein leben ohne grosse Perspektiven bis sie jenes Tages feststellt, dass ihr ein Schwanz wächst -einer grosser Ratte gleich! Bei einer Röntgenuntersuchung lernt sie den Radiologen Pyotr kennen, einen jüngeren Mann, der natascha mit seinem Interesse sofort zum Aufblühen bringt. Für Tverdovsky ist Nataschas Schwanz ein Symbol für die individuellen Eigenheiten, die jeder Mensch an sich hat.

Das Team von Nadja Schildknecht und karl Spoerri hat erneut ein spannendes Festival-Programm zusammengestellt.

Von Daiva I. Petrosiene